home office: Versicherungsschutz durch gesetzliche Unfallversicherung

Wenn Arbeitstätigkeiten in ein home office verlagert werden, ist dies nicht nur mit arbeitsrechtlichen Fragen verbunden. Aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht stellt sich die Frage, ob Arbeitnehmer bei einem Unfall Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung in Anspruch nehmen können. Hierbei muss die betriebliche Praxis beachten, dass sich die bisherige Rechtssprechungspraxis des Bundessozialgerichts geändert hat, zum Beispiel mit der Entscheidung vom 27.11.2018 (B 2 U 8/17 R). Hiernach haben sich Leitlinien entwickelt, nach denen auch Unfälle bei Arbeitsttätigkeit im home office in den Schutzbereich der gesetzlichen Unfallversicherung aufgenommen sind.

Grob zusammengefasst muss es sich um einen erlittenen Unfall "durch Verrichtung einer versicherungspflichtigen Tätigkeit" handeln. Hiervon umfasst sind auch Betriebswege, die in Ausübung der Versichertentätigkeit zurückgelegt werden. Die Betriebswege müssen Teil der versicherten Tätigkeit sein und der Betriebsarbeit gleich stehen. Es ist im Einzelfall festzulegen, ob und inwieweit die Arbeitsstätte im häuslichen Bereich liegt. Die Einbeziehung in die gesetzliche Unfallversicherung setzt voraus, dass der Arbeitnehmer kraft Vereinbarung regelmäßig in Räumlichkeiten tätig wird, die sich in dem gleichen Haus befinden, in dem er auch wohnt. Wenn die gesetzliche Unfallversicherung in Anspruch genommen werden soll, muss zwingend eine Vereinbarung über ein home office oder die Arbeit in den privaten Räumlichkeiten im Rahmen der mobilen Arbeit getroffen werden.

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