Bei Stellenausschreibung beachten: Geschlechtsneutrale Berufsbezeichnung!

Sowohl bei Stellenausschreibungen als auch in Bewerbungsverfahren müssen Arbeitgeber die Vorschriften des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes beachten. Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse, der ethnischen Herkunft, des Geschlechtes, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern. Dies verpflichtet Arbeitgeber u.a., Stellen dikriminierungsfrei auszuschreiben.

Am 13.September 2011 hat sich das OLG Karlsruhe mit der Stellenausschreibung "Geschäftsführer gesucht" befasst. Zu prüfen war, ob hier eine geschlechtsneutrale Stelle ausgeschrieben war.

Der Begriff "Geschäftsführer" ist ohne weitere Zusätze keine geschlechtsneutrale, sondern eine männliche Berufsbezeichnung. Eine Stellenausschreibung unter der Überschrift "Geschäftsführer" verletzt jedenfalls dann das Gebot zur geschlechtsneutralen Stellenausschreibung, wenn nicht im Text der weiteren Anzeige auch weibliche Bewerber angesprochen werden.

 

Die nicht geschlechtsneutrale Stellenausschreibung stellt ein Indiz dar, das eine Benachteiligung wegen des Geschlechts vermuten lässt und zur Umkehr der Beweislast führt. Der Arbeitgeber muss dann nachweisen, dass in dem "Motivbündel", das die Auswahlentscheidung beeinflusst hat, das Geschlecht überhaupt keine Rolle gespielt hat. Der Nachweis ist nicht schon dadurch geführt, dass eine andere Bewerberin zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen war.

 

Im Rahmen der Prüfung des Entschädigungsanpruchs ist die Ernsthaftigkeit der Bewerbung zu überprüfen.

(Vgl. OLG Karlsruhe, Urt. v. 13.09. 2011 - 17 U 99/10).